^ Alte Schmiede - Der Verein mit dem Hammer










8.1.
Donnerstag
18.30
AS

Sehr geehrte Veranstaltungsbesucherinnen und
Veranstaltungsbesucher der Alten Schmiede,

wir wünschen frohe Weihnachten, erholsame Festtage und viel Schwung für das Neue Jahr.

Wir freuen uns, Sie ab dem 8. Jänner 2015 wieder in der Schönlaterngasse begrüßen zu dürfen.

Reisen – Reminiszenzen: zwei österreichische Autorinnen auf unterschiedlichen Wegen in Afrika
DOROTHEA MACHEINER (Salzburg) liest aus ihrem Buch DJERBA, LA DOUCE. ROMMEL.STILLE. 2 Erzählungen (Löcker Verlag, 2014) •
Einleitung und Gespräch mit der Autorin: ALEXANDER LELLEK (Verlagsleiter) • in Zusammenarbeit mit dem Löcker Verlag
20.00
LQ
DORIS BYER (Wien) liest aus ihrem Buch MALI. Eine Spurensuche (mit Fotos von Abdoulaye Sima, Literaturverlag Droschl 2014) • der Fotograf Abdoulaye Sima (Frankreich) ist anwesend

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Zwei Erzählungen thematisieren die Vergangenheit und Gegenwart Tunesiens: Der Panzerschrott in den Saharadünen Südtunesiens führt zur Frage nach Rommels Afrikakorps, zurück in die frühe Kindheit der Ich-Erzählerin und zur von der Familie mit Schweigen bedachten Selbstverstümmelung des Vaters während seines ersten Fronturlaubs. Heute ziehen Flüchtlinge des libyschen Bürgerkriegs durch diese Landschaft.
Auch das Touristenparadies Djerba bleibt von den Bedrohungen und Echos religiös motivierter Kämpfe und Bürgerkriege im arabischen Raum nicht verschont. Das während eines Aufenthaltes in der Oase Zarzis empfundene Unbehagen schlägt im Jahr 2002 während des Anschlags auf die Synagoge El Ghriba auf der nahen Insel Djerba in pure Angst um.
Dorothea Macheiner
, *1943 in Linz, aufgewachsen in Steinbach am Attersee, lebt als freie Autorin in Salzburg und Wien. Studium der Theologie, Philosophie und Germanistik in Salzburg und Innsbruck, ausgiebige Reisetätigkeit im Mittelmeerraum, längere Aufenthalte auf Sardinien und in Tunesien. Zahlreiche Veröffentlichungen, darunter viele Hörspiele, u.a.: Kind, mein Kind (1981); Unter den Türmen (1985); Buchpublikationen zuletzt: Der Kopf des Großmeisters. Wer war Fra Jean de Valette? (2011); Ausgewählte Gedichte (2012).

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Im Süden Marokkos, am Rand der Wüste, begegnet die Autorin einem jungen schwarzen Franzosen mit Dreadlocks, der ins Land seiner Herkunftsfamilie, nach Mali, unterwegs ist. Die gemeinsame Rückreise von Marokko nach Frankreich ist der Beginn eines aufregenden und ungewissen neuen Vorhabens für beide: die Suche nach den afrikanischen Wurzeln dieser seit fast einem Jahrhundert mit Europa aufs engste verbundenen Familie Sima.Doris Byers Buch ist vieles in einem: eine Familiengeschichte, eine Geschichte der westlichen Sudanzone von der mythischen Vorzeit bis heute, ein Abriss der Kolonialgeschichte Westafrikas – aber auch ein erstaunlicher Einblick in den Alltag eines erst seit 50 Jahren dekolonisierten Landes, krisengeschüttelt und doch funktionierend; und nicht zuletzt ist Mali der Bericht von einer Reise vom Niger bis zur Mündung des Senegal in den Atlantik.
Doris Byers einmal sehr persönliche, dann wieder objektivierende Erzählperspektiven spiegeln Geschichte und politische Verhältnisse der Länder dies- und jenseits von Sahara und Mittelmeer in den Lebensläufen einer Familie aus Mali wider.
Der Zustand der Region um Niger und Senegal kann gemäß Byers »Mali« als Produkt der Kolonisierung und damit der Zerstörung einheimischer Gesellschafts- und Wirtschaftsstrukturen verstanden werden. Die Dekolonisierung hinterließ Ruinen von Ideen und Bauwerken, der frühere soziale Zusammenhalt war nicht wieder herstellbar.

Da ein Überleben für junge Menschen so kaum möglich ist, entscheidet die Familie, dass einer von ihnen nach Europa muss, um alle Verbliebenen von dort aus zu versorgen. Wer also trägt die Verantwortung für den sogenannten Ansturm von Flüchtlingen? Der mit Schwarzweißfotografien Abdoulaye Simas versehene, schön gestaltete Band »Mali« bietet Erkenntnisse zum Verständnis der derzeitigen Problematik. Unbedingt lesen!
(Sabine Scholl, Die Presse)
Doris Byer
, *1942 in Wien, habilitiert für Historische Anthropologie, universitäre Lehre in Wien und Aix-en-Provence. Forschungen in Jamaika, Marokko, Marseille, auf den Salomon-Inseln und in Wien. Ihre Themen sind »rassenkundliche« und anthropologische Diskurse des 19. und 20. Jahrhunderts, Kolonialismus und Postkolonialismus, sowie der Zusammenhang von individuellem Lebensentwurf, kultureller Repräsentation und politischer Geschichte. Publikationen (Auswahl): Fräulein Elfi. Ein Trivialroman (1982); Rassenhygiene und Wohlfahrtspflege. Zur Entstehung eines sozialdemokratischen Machtdispositivs in Österreich bis 1934 (1988); Nicht im Kasten. Vom Abenteuer einer Fernsehdokumentation. Ein Roman (1993); Die Große Insel. Südpazifische Lebensgeschichten. Autobiographische Berichte aus dem südöstlichen Salomon-Archipel seit 1914 (1996); Der Fall Hugo A. Bernatzik. Ein Leben zwischen Ethnologie und Öffentlichkeit. 1897–1953. Biographie (1999); Essaouira, endlich.Reisebericht (2004).

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Zugänglichkeit zu allen Räumlichkeiten barrierefrei oder durch den Lift gegeben.
Parkplatz für Menschen mit Behinderung
vor dem Haus
Schönlaterngasse 11
Freier Eintritt zu allen Veranstaltungen der Alten Schmiede