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liesl
ujvary: text des monats
MUSE : POLYTROP
Sage mir muse
wer Es ist was Er wer Homer & warum
ist Es wichtig & Es
zu wissen sag mir wer du bist
was Ich ist sag mir dich
frage ich mich sage wenn
ich meine er seiner die
oder der irrt so ich irre
wäre eine gewordene wäre
die frage mich irre mich
muse sage mir.
Mir sage muse wer sagt
dass Er sei
Homer sei gewesen ein sie
sei nicht einer sei ein
e mehrzahl
wenn er ist bin ich dann muse
sage mir
seine: worte
für: mich sag mir: YOU SPIRITS: THAT
TEND: ON MORTAL: THOUGHTS: UNSEX ME: HERE. sage
m
ihr sage muse
dass ich sie sah dass ich sie musen
nenne in spiegeln dass
ich ihnen entgegensehe das
kommende bild das ich Ich
nenne sie ach sieh dich
THOUGHTS
UNSEX YOU MORTAL SPIRITS THAT TEND ON ME
HERE & hier & da
- alles Sein was ist mein & dein
& nicht sein das nichtSein nichtEinsSein das mein
das deinSein
ein geteiltes erwidertes ungehöriges
beisein in dem wir sind:
kein bild nicht diese ab
gebildeten körper
die areale ist sie
nicht
die er
innerung Es
sind ihre töchter
die singen - sage m
nemo sag -technik
sag vers und sag zeile
maschine
sag
READ ONLY MEMORY & vergisses vergiss diese sp
rache als eine als
seine beherrschte PRESS UNDO &
HOLD ON schreib sei diese
eine sprache sei muse A
MUSED
MUSE A AMUSED MUSE eine taktlose springende
stolpernd holpernde
klingende & tanzende sprachen
wir du die gleiche mit
der ich anders rede & muse
mir. mir sage: muse.
dir sage mir uns musen plura
la
belle elle la plurielle immortelle kein einzig
Es wort
keine
einzige welle meine doppelte stelle
aus:
Barbara Köhler, Niemands Frau. Gesänge. Erscheint
Herbst 2007 bei Suhrkamp.
Barbara
Köhler, geboren 1959 in Burgstädt bei Chemnitz /
Karl Marx Stadt. Ausbildung als Textilfacharbeiterin. Studium am
Literaturinstitut Johannes R. Becher in Leipzig. Seit 1994 in Duisburg.
Publikationen u.a.:
„Deutsches Roulette“, Gedichte,
1991. „Blue Box“, Gedichte, 1995.
„Wittgensteins Nichte. Vermischte Schriften /
Mixed Media“ 2000.
Liesl
Ujvary, Kommentar zu Barbara Köhler
Ist
die
Erde ein Spielfeld, ist die menschliche Lebensform eine
Bakterienkultur, werden
hier Experimente durchgeführt, Versuchsanordnungen probiert,
Sprachspiele,
Kriegsspiele, Gesellschaftsspiele, Tragödien,
Komödien, Telenovelas, real life
dokus, Migrationen, Aussenden von Weltraumsonden – warum
vermehren wir uns
nicht durch Zellteilung, warum Differenzierung in zwei Geschlechter,
ist
zweigeschlechtliche Fortpflanzung vorteilhaft für die
Evolution, macht Ficken
Sinn, ist Homers Odyssee eine Schule der Gefühle, hat
Differenziation mit
aristotelischer Logik zu tun, mit Digitalisierung von biologischer
Information –
wie viele Felder hat das Spielfeld, unterscheiden sich die Felder
voneinander,
welche Regeln gelten für die Durchquerung des Spielfelds,
ändern sich die
Regeln, kennen wir sie, muss das Spielfeld immer von Neuem durchquert
werden,
ist Nachdenken über die Regeln Denken
Im Archiv sind folgende Texte der vergangenen Monate auffindbar:
Konrad Bayer: niemand hilft mir! (mit freundlicher Genehmigung des Klett-Cotta-Verlags)
Reinhard Priessnitz: Passage aus LINZ, RINGEL, etc. (mit freundlicher Genehmigung des Literaturverlags Droschl)
Friederike Mayröcker: drei propositionen aus: je ein umwölkter gipfel (mit Zustimmung des Suhrkamp -Verlags)
Ernst Jandl: die amsel (mit freundlicher Genehmigung des Luchterhand Literaturverlages)
Raymond Roussel: Passage aus: Nouvelles Impressions d’Afrique (mit freundlicher Genehmigung von Hanns Grössel)
Ulrich Schlotmann: Der Vorstehhund aus Die Freuden der Jagd
Ilse Kilic: aus Oskars Moral bzw. Vom Umgang mit den Personen (mit freundlicher Genehmigung des Ritter Verlages)
Ann Cotten: Unter Linden
Velimir Chlebnikov: An den Erdball