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22.2. Montag
19.00

LQ
Kampf um die Stadt – Politik, Kunst und Alltag um 1930 (Ausstellung des Wien Museums im Künstlerhaus – 19.11.2009 – 31.3.2010)
VEZA CANETTI-MELA HARTWIG-Dialog (literarisches Begleitprogramm der Alten Schmiede zur Ausstellung) GISELA STEINLECHNER (Literaturwissenschafterin) und ANDREA WINKLER (Schriftstellerin) im Dialog, mit Textzitaten
Mit Veza Canetti und Mela Hartwig werden zwei Schriftstellerinnen porträtiert, die um 1930 in Wien ihre ersten Erzählungen und Romane veröffentlichten und deren literarische Karrieren nur kurze Zeit später unter die Räder der austrofaschistischen und nationalsozialistischen „Kulturpolitik“ gerieten. Mit lakonischer Schärfe und oft verstörender Direktheit thematisierten die beiden Autorinnen die sozialen und Geschlechterverhältnisse ihrer Zeit. Schauplatz dieser modernen „Parabeln“, die von überflüssigen und übersehenen Menschen handeln, von neuen Frauenbildern und alten Liebes- und Ausbeutungsverhältnissen, ist das urbane Milieu der Zwischenkriegszeit mit seinen verschiedenen sozialen Biotopen und zeitgeistigen Stimmlagen.
(Gisela Steinlechner)

Gisela Steinlechner, Studium der Germanistik und Vergleichenden Literaturwissenschaft in Innsbruck und Wien; Forschungsprojekte zum Thema Psychiatrie, Psychoanalyse und Literatur, zur Frühen literarischen Moderne in Österreich und zum Motiv der Organtransplantation in der Literatur. Seit 1992 Lehrbeauftragte am Germanistischen Institut in Wien; freiberufliche Tätigkeit als Literaturwissenschaftlerin und Kulturpublizistin, Rezensentin, Gutachterin und Ausstellungskuratorin. Über die Ver-rückung der Sprache. Analytische Studien zu den Texten Alexanders (=Ernst Herbeck) (1989); Fallgeschichten. Krafft-Ebbing, Panizza, Freud, Tausk (1995).

Andrea Winkler, *1972 in Freistadt, lebt in Wien. Studium der Germanistik und Theaterwissenschaft in Wien. Berufliche Tätigkeit in Jugendsozialarbeit und Erwachsenen-bildung. Beiträge für das Ö1 Büchermagazin ExLibris und das Spectrum der Presse. Preise, u.a. Literaturpreis Wartholz 2008, Förderpreis der Republik Österreich 2008. Publikationen: Schatten(spiele): Poetologische Denkwege zu Friederike Mayröcker (2004); Arme Närrchen. Selbstgespräche (2006); Hanna und ich (2008); Drei, vier Töne, nicht mehr (2010).