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4.+ 5.3. Donnerstag, Freitag
jeweils 18.00

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JULIAN SCHUTTING – Colloquium: gemeinsame Erkundungen des literarischen Werkes Julian Schuttings auf der Basis von kurzen Lesungen des Autors aus Nachtseitiges; Jahrhundertnarben; An den Mond durch KLAUS AMANN (Literaturwissenschafter, Universität Klagenfurt) FRANZ JOSEF CZERNIN (Dichter, Rettenegg) ASTRID GRAF (Lektorin, Salzburg) Moderation: MARTIN KUBACZEK (Schriftsteller und Literaturwissenschafter, Wien) Abschlussgespräch mit Lesung des Autors aus Am Schreibplatz (Jung und Jung Verlag, 2010) Projekt Stadtinstitut für Literarische Forschungen der Alten Schmiede
Julian Schutting nimmt mit seinem seit 1973 publizierten und um die 40 Buchpublikationen und mehrere Hörspiele umfassenden Werk eine singuläre Stellung in der österreichischen Gegenwartsliteratur ein. Seine bis an die äußersten Grenzen der syntaktischen Möglichkeiten der Sprache geführten Texte bilden zugleich Ausgangs- und Zielpunkte extremer gedanklicher Spannungen zwischen Wahrnehmung realer Gegebenheiten und Imagination materieller und ideeller Möglichkeiten. Schutting hält auf die Art des "sic et non" der scholastischen Tradition eine stete Erwägung der Phänomene in Gang, die von groben Denkmustern und manifester Gewalt bis zu transzendierender Überhöhung und zu ans Himmlische rührende Grade der Verzückung reichen. Letztlich führt diese Art der Auseinandersetzung, die vor einer radikalen Befragung „kanonisierter“ Sätze und Gewißheiten nicht zurückschreckt, zur Lehre der "Doppelten Wahrheiten" zurück, der Schutting eine adäquate Ausdrucksform gewinnt, die als literarische Disputation verstanden werden kann.

Julian Schutting, *1937 in Amstetten, lebt in Wien. Fotografische Ausbildung, Studium der Geschichte und Germanistik, Lehrtätigkeit. Bücher: Baum in O. (1973); In der Sprache der Inseln. Gedichte (1973); Tauchübungen. Prosa (1974); Parkmord. Erzählungen (1974); Lichtungen. Gedichte (1976); Sistiana. Erzählungen (1977); Steckenpferde. Erzählungen (1977); Salzburg retour. Trauermusik: Thema und Variationen. Erzählungen (1978); Am Morgen vor der Reise. Die Geschichte zweier Kinder (1978); Tür + Tor. Elemente der Architektur (zus. mit Johann Kräftner, 1979); Der Vater. Erzählung (1980); Der Wasserbüffel. Geschichten aus der Provinz (1981); Liebesgedichte (1982); Liebesroman (1983); Das Herz eines Löwen. Betrachtungen (1985); Hundegeschichte (1986); Traumreden. Gedichte (1987); Reisefieber. Erzählungen (1988); Findhunde (1988); Aufhellung (1990); Zuhörerbehelligungen. Vorlesungen zur Poetik (1990); Flugblätter. Gedichte (1990); Wasserfarben (1991); Väter. Rinderherden, bewegliche Ziele, Automobile und die Jagd (zus. mit Wolfgang Siegmund, hg. v. Walter Grond, 1991); Nach Musil. Denkformen (zus. mit Claudio Magris u. Ingomar v. Kieseritzky, hg. v. Lucas Cejpek, 1992); Aufnachtung (1992); Der Winter im Anzug. Sprachspaltereien (1993); Leserbelästigungen (1993); Gralslicht. Ein Theater-Libretto (1994); Katzentage. Prosa (1995); Das Eisherz sprengen. Gedichte (1996); Der Tod meiner Mutter (1997); Aufstörung. Zwei Prosagedichte (1998); Hojas volantes (1999); Rohübersetzung. Mondscheiniges über die Liebe (1999); Jahrhundertnarben. Über das Nachleben ungewollter Bilder (1999); The Morning before the Journey (1999); Popytka ctenija. Leseprobe. Stichotvorenija. Gedichte (2000); Dem Erinnern entrissen. Gedichte (2001); Was schön ist (2002); Gezählte Tage (2002); Metamorphosen auf Widerruf. Über Musik (2003); Nachtseitiges (2004); Tanzende. Ein Dilettant über eine schöne Kunst (2005); Übereinstimmungen (2006); Katholisch geblieben. Drei Texte (2007); Zu jeder Tageszeit (2007); An den Mond. Gedichte (2008); Auf der Wanderschaft. Über das Vergnügen am Gehen (2009); Am Schreibplatz (2010).

Klaus Amann, *1949 in Mittelberg/Vorarlberg, lebt in Klagenfurt. Professor für Neuere deutsche Literatur an der Universität Klagenfurt und Leiter des Robert Musil-Instituts. Österreichischer Staatspreis für Literaturkritik 2009. Zahlreiche Publikationen zur Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts, zur Gegenwartsliteratur und zur österreichischen Institutionengeschichte. Zuletzt erschienen: Werner Kofler: In meinem Gefängnis bin ich selbst der Direktor. Lesebuch (Hg. 2007); Peter Turrini - Schriftsteller. Kämpfer, Künstler, Narr und Bürger (Hg. 2007); Robert Musil. Literatur und Politik (2007).

Franz Josef Czernin, *1952 in Wien, lebt in Rettenegg/Steiermark, veröffentlicht seit 1978 Prosa, Lyrik, Essays und Aphorismen. Zuletzt erschienen: Der Himmel ist blau. Aufsätze zur Dichtung (2007); staub.gefässe. gesammelte gedichte (2008); Bildsatz. Texte zu bildender Kunst (Hrsg. gem. mit Martin Janda, 2008).

Astrid Graf, *1963 in Linz. Seit 2007 freischaffende Lektorin, Autorin, Übersetzerin. Herausgeberin div. Anthologien, zuletzt Stimmenfang. 50 frische Texte aus Österreich (Mithrsg., 2006); Von Buch zu Buch. 50 Jahre Residenz Verlag (Mithrsg., 2006). Buchpublikationen: u. a. Wörterbuch Österreich-Deutsch (unter beratender Mitarbeit von H.C. Artmann, 1995).

Martin Kubaczek, *1954 in Wien, lebt als Schriftsteller in Wien. Zahlreiche Aufsätze und Rezensionen zur österreichischen Gegenwartsliteratur, Beiträge in Kunstzeitschriften, Romane und Erzählungen. Zuletzt erschienen: Amerika. Roman (2002); Sorge. Ein Traum. Roman (2009).