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9.3. Dienstag
19.00
AS
ELIAS SCHNEITTER (Zirl/ T) Skizzen einer Biografie rund um das Verschwinden des Central Dichters. Erzählung über das Schreiben (Skarabæus Verlag) ELISABETH WÄGER (Wien) Und i dr Mitti s Salz. Lyrik, Erzählungen, Dramolette in alemannischer Mundart (Skarabæus Verlag) RICHARD WALL (Engerwitzdorf, O.Ö.) Unter Orions Lidern. Gedichte (Löcker Verlag) 
Reihe Textvorstellungen: Lesungen, Diskussion
Motto: reflektiert phantasiert
Redaktion und Moderation: RENATA ZUNIGA
Und i dr Mitti s Salz“ (Und in der Mitte das Salz) nennt Elisabeth Wäger einen Band mit Dramoletten und Gedichten. Darin verarbeit sie in alemannischer Mundart sehr poetisch soziale Verhältnisse unserer Mütter und Großmütter, sowie mündlich überliefertes Sagengut aus Vorarlberg. Mit viel Sinn fürs Detail und einem nahezu untrüglichen Gespür für die Kraft, die sich hinter der Kargheit von alten Worten verbirgt, katapultiert uns die Autorin in eine düstere Atmosphäre der Umgangssprachlichkeit, die erahnen läßt, was Volksmund, Einfach-so-Dahergesagtes und Wirtshausgerede anrichten können.
An- und ausgedachtes, phantasiertes oder reflektiertes Abseitiges oder ganz Alltägliches ist der Stoff aus dem Richard Walls Gedichte sind. Doch hinter den vermeintlichen Selbstgesprächen des Autors verbirgt sich weit mehr als ein tagebuchartiges, poetisches Beobachten entfernter und regionaler Ver-rücktheiten. Unbewußt und instinktiv stellt sich Wall mit seinen Gedichten in die Tradition schonungsloser Demaskierung gesellschaftlicher Weltanschauung, indem er Handlungen, Gefühlen und Dingen ihre ursprüngliche Bedeutung neu zuschreibt.
Elias Schneitters skurrile fetzenhaft dahergeflogene Geschichte - wie gesammelte Zettel in zwei Holzkisten -, läßt sich auf Anhieb im herkömmlichen Sinn nicht exakt einordnen. Aber die auf den Zetteln berichteten Passagen finden dergestalt zueinander, dass sie im großen und ganzen mit wachsender Intensität die Schreibarbeit als solche und noch dazu im Land Tirol vor Augen führen und aufzeigen, dass Verschwinden für einen Dichter oftmals die einzige Lösung zu sein scheint. (Renata Zuniga)