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10.3. Mittwoch
19.00
LQ
ANNA MITGUTSCH (Linz) liest aus ihrem Roman WENN DU WIEDERKOMMST (Luchterhand Literaturverlag, 2010)
Einleitung und Gespräch mit der Autorin: GÜNTER HÖFLER (Universität Graz) in Zusammenarbeit mit dem Luchterhand Literaturverlag
Sie wollten vernünftig lieben, mit Maß und Respekt. Leidenschaftlich und doch voller Achtung für die Freiheit des anderen. Ein ganzes Leben haben Jerome und die Erzählerin von Anna Mitgutschs neuem Roman gebraucht, um ein Liebespaar zu werden, das den eigenen hohen Ansprüchen genügt. Doch dann stirbt Jerome plötzlich, und die Erzählerin versucht mit einer eindringlichen, bewegenden Totenklage das Versprechen eines Neuanfangs einzulösen, über den Tod hinaus.
Anna Mitgutsch schreibt über den Riß, der sich zwischen Privatheit und Öffentlichkeit auftut, zwischen Streben nach Glück und Zerbrechen an gesellschaftlichen Strukturen, die der Fürsorge und dem Mitleid abhold sind. Ihre Frauen finden sich zurückgestoßen in die Vereinzelung, es bleibt ihnen verwehrt, Gleichgesinnte zu treffen. Sie bringen auch nicht die Kraft auf, ihre Einsamkeit loszuwerden. (Erich Hackl, Literatur und Kritik 2000)

Anna Mitgutsch, *1948 in Linz, lebt als freischaffende Schriftstellerin abwechselnd in Linz und in Boston. Studium der Germanistik und Anglistik an der Universität Salzburg. Lehrtätigkeit an germanistischen Instituten in Großbritannien, Seoul und 1979-1985 in den USA. In den neunziger Jahren writer-in-residence an verschiedenen amerikanischen Universitäten (Oberlin College, Allegheny College, Lafayette College) und Lehraufträge an österreichischen Universitäten (Salzburg, Graz und Innsbruck). Seit 1974 zahlreiche Essays und literaturwissenschaftliche Publikationen zur anglophonen und deutschsprachigen Gegenwartsliteratur (Sylvia Plath, Ted Hughes, Christine Lavant, Marlen Haushofer, Paul Celan, amerikanische und israelische Literatur, etc.), Rezensionen für die Tageszeitung "Der Standard", Lyrik-Übersetzungen, u. a. Philip Larkins Gesamtwerk. Bücher: Die Züchtigung (1985); Das andere Gesicht (1986); Ausgrenzung (1989); In fremden Städten (1992); Abschied von Jerusalem (1995); Erinnern und Erfinden. Grazer Poetik-Vorlesungen (1999); Haus der Kindheit (2000); Familienfest (2003); Zwei Leben und ein Tag (2007).

Günter Höfler, *1957, Literaturwissenschafter am Institut für Germanistik der Karl-Franzens-Universität in Graz. Dissertation über Psychoanalyse und Literatur am Beispiel von Karl Emil Franzos’ Pojaz. Zahlreiche Publikationen zur österreichischen Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts.