22.3. Montag 16.30 LQ
19.00 AS
 | THOMAS GLAVINIC (Wien) Lesung und Gespräch DAS LEBEN DER WÜNSCHE. Roman (Hanser Verlag, 2009) • Mit der AG GERMANISTIK für Literaturgruppen in Wiener Gymnasien* – Redaktion und Moderation: MARTIN KUBACZEK * Restplätze für das allgemeine Publikum um 16.30
Literarische Monumente der Gegenwart: DIE FREUDEN DER JAGD (1096 Seiten, Urs Engeler Editor, 2009) von ULRICH SCHLOTMANN • HERBERT J. WIMMER (Wien) Kommentar und Führung durch den Romankomplex, Ulrich Schlotmann (Berlin) liest aus seinem Roman |
Jonas, die Hauptfigur von Glavinic’ jüngstem Roman, begegnet eines Tages einem Unbekannten, der ihm ein unerhörtes Angebot macht: „Ich erfülle Ihnen drei Wünsche.” Der Ehemann, Vater, Werbetexter und leidenschaftliche außereheliche Liebhaber lässt sich auf das Spiel ein. Bis seine Frau eines Abends tot in der Badewanne liegt. Weiß die Nacht etwa mehr von Jonas’ Wünschen als er selbst? Unverwechselbar erzählt der in Wien lebende Schriftsteller Thomas Glavinic die Geschichte eines ganz normalen Mittdreißigers, der genau das bekommt, was er sich wünscht. Und noch ein bisschen mehr. (Hanser Verlag)
Thomas Glavinic, *1972 in Graz, lebt in Wien. Arbeitete als Interviewer für Meinungsforschungsinstitute, Versicherungsvertreter, Journalist, Taxifahrer. Seit 1991 Veröffentlichung von Romanen, Essays, Erzählungen, Hörspielen und Reportagen. Zuletzt erschienen: Wie man leben soll. Roman (2004); Die Arbeit der Nacht. Roman (2006); Das bin doch ich. Roman (2007). * Auf der Flucht vor einer immer komplexer, immer unverständlicher werdenden Welt begibt sich ein Mann in den Wald, direkt auf das Terrain einfacher Wahrheiten und altbewährter, fundamentalistischer – sprich: sexistischer, rassistischer und religiöser Positionen. Sein Weg zum finsteren Herzen des Waldes, da er mit sich und der Welt in Einklang zu leben hofft, entwickelt sich immer mehr zu einem Höllentrip in die Abgründe der menschlichen Seele. Links und rechts des Weges harren seiner Abenteuer von manchmal märchenhaften, manchmal mythischen, selten banalen Ausprägungen. Philosophische Überlegungen, etwa die Praxis der Jagd betreffend, sind ihm Mittel zur Erbauung, doch über den Umweg der Sprache, in die er seine Gedanken zu kleiden versucht, hält der zersetzende Virus der Komplexität wieder Einzug in seinen Geist und zieht ihm vollends den Boden unter den Füßen weg. Orientierungslos in einer fragmentierten Welt wird er wohl noch ewig und drei Tage lang im Kreis herumwandern müssen, ohne jede Aussicht auf Erlösung, ohne die kleinste Verschnaufpause, ohne Halt.
Mehr als 10 Jahre dauerte Ulrich Schlotmanns Arbeit an diesem opus magnum.
Ulrich Schlotmann, *1962 in Balve, lebt in Berlin. Schulzeit teilweise in Internaten in Paderborn und Werl, Studien in Germanistik und Philosophie. Seit 1986 freier Schriftsteller, Dichter und Audio-Poet. Veröffentlichungen in Anthologien und Zeitschriften, u.a.: Drehpunkt 115 (2003), Zwischen Den Zeilen 13/14 (1999), Kolik 31 (2005), zeitzoo. Publikationen: Entlöse (1993); In die feuchten Wälder gehen (1996); Suhe (1998); Bluten, Wald (Buch und CD, gem. m. Georg Zeitblom, 1999); Siegfried & Roy (2007).
Herbert J. Wimmer, *1951 in Melk, lebt in Wien. Fotografische Arbeiten, Zeichnungen, Tuschen, Collagen, Lineamente. Radiofone Werke, literatur- und filmkritische Schriften. Zuletzt erschienen: LOGO(S), 50 Postkarten (zusammen mit Elfriede Gerstl - 2004); Trouvaillen. Poetische Folgen/Poems con Sequences (2006); Nervenlauf. Die Tücke der Objekte (Neuauflage 2007); kühlzack & flexer. Textaggregat (2009). | |