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13.4. Dienstag
19.00
LQ
BETTINA BALÀKA (Wien) liest aus ihrem Erzählungsband AUF OFFENEM MEER (Haymon Verlag, 2010) Einleitung und Gespräch mit der Autorin: DANIELA STRIGL (Wien) • PATRICK HOFMANN (Berlin) liest aus seinem Roman DIE LETZTE SAU (ausgezeichnet mit dem Robert Walser-Preis 2010 der Stadt Biel für das beste deutschsprachige Prosadebut; Schöffling Verlag, 2009) Einleitung: Kurt Neumann
Simone verachtet ihre Schwieger-Großmutter – eine Frau, die davon träumt, Adolf Hitler im Jenseits endlich einmal die Hand zu schütteln, und die Simone, der Enkelin eines Widerstandskämpfers, ihre nicht-arische Physiognomie vorwirft. Aber was tun, wenn diese verhasste Ewiggestrige einem am Totenbett ihre Villa vermacht, ein prächtiges Haus mit großem Garten, ideal für eine junge Familie – mit dem einzigen Haken, dass es sich dabei um „arisierten“ Besitz handelt? In der Theorie ist es ja leicht, das Richtige zu tun und die korrekten Einstellungen zu vertreten – aber wenn die Wirklichkeit ihre Fallstricke auslegt, sehen die Dinge schon ganz anders aus… Bettina Balàka erzählt von kleinen Helden und großen Feiglingen, von scheinbarer Freiheit und vermeintlichen Fesseln – und von der absurden Logik der Geschichte.

Bettina Balàka, *1966 in Salzburg, lebt als freie Schriftstellerin in Wien. Zahlreiche Buchveröffentlichungen, Theaterstücke und Hörspiele. Zuletzt erschienen: Eisflüstern. Roman (2006); Schaumschluchten. Gedichte (2009).

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Im Dezember 1992 wird auf einem Bauernhof in Sachsen, der in Kürze dem noch expandierenden Kohletagebau zum Opfer fallen soll, die letzte Sau geschlachtet. Kinder und Enkel kommen ein letztes Mal auf den Hof des alten Bauernpaares. Mit dem Auftritt einer Schlachterin fädelt der Schriftsteller Patrick Hofmann eine sinnlich und symbolisch aufgeladene, ins Aberwitzige und ins Gemütvolle, ins Erotische und in einen lapidaren Geschichts- und Zeitbefund schlagende Roman-Komödie ein. In ihr spiegelt der Autor deutsches Epochenwissen vom Leben in Krieg und Diktaturen, Zeugnisse schlauer Überlebenskunst und hochgesteckter Gesellschaftsziele, kategorische Aussagen des philosophischen Idealismus. Patrick Hofmann feiert sein Romandebut mit einem existentiellen Schlachtfest, in dem er mit großer Leichtigkeit eine zeitgenössische Verflechtung von Eros und Thanatos vollzieht. Für dieses, andere literarische Debuts an Kühnheit, Gestaltungskraft und Erfahrungswissen deutlich hinter sich lassende Werk wurde dem Autor der Robert-Walser-Preis 2010 der Walser-Stiftung in Biel zuerkannt.

Patrick Hofmann, *1971 in Borna bei Leipzig, Studium der Philosophie, Germanistik und Geschichte in Berlin, Leipzig, Moskau und Straßburg, Promotion über Husserls Theorie der Beschreibung. Zwischen 2002 und 2009 diverse Jobs in Athen, u.a. Journalist, Übersetzer, Deutschlehrer, seit 2009 lebt Hofmann in Berlin.