21.4. Mittwoch 18.30 AS
20.00 LQ
 | Studien zur Literatur: Autoren und Werke in neuer Perspektive - Stadtinstitut für Literarische Forschungen der Alten Schmiede SIGRID HAUSER (Wien) Kafkas Raum im Zeitalter seiner digitalen Überwachbarkeit (Löcker Verlag); Vortrag/ Lesung • Moderation: WOLFGANG STRAUB
BENEDIKT LEDEBUR (Wien) Montaigne. Versuche der Selbstauflösung (Klever Verlag) • Moderation: HELMUT NEUNDLINGER |
Kafkas Raum bedeutet die konkrete und abstrakte Architektur in den Romanen von Franz Kafka. Sigrid Hauser analysiert Regieanweisungen der Überwachung aus den Romanen Der Verschollene, Der Process und Das Schloss und stellt sie den Sprachmustern der Politik, der Wirtschaft, den Medien und der Werbung unserer heutigen globalisierten Gesellschaft, den gegenwärtigen Protagonisten der Überwachung gegenüber.
Sigrid Hauser, * in Meran, Studium der Architektur an der Technischen Universität Wien, seit 1996 Professorin für Architekturtheorie ebenda. Zahlreiche Publikationen zu Architektur und Kunst, u.a.: Idee, Skizze, ... Foto – Zu Werk und Arbeitsweise Lois Welzenbachers (1990); Sprache – z.B. Architektur (1998); Kafkas Architektur und/oder Die Realisierbarkeit der literarischen Vision in Bauformen der Imagination / Ausschnitte einer Kulturgeschichte der architektonischen Phantasie (2006).
Wolfgang Straub, *1968. Lebt als freier Verlagslektor, Literaturwissenschaftler und -kritiker (u.a. in „Wiener Zeitung“, „Literatur und Kritik“) in Wien. Willkommen. Literatur und Fremdenverkehr (2001); Literarischer Führer Österreich (2007); Salzburg. Ein Reisebegleiter (2008).
* Benedikt Ledebur liest und kommentiert Montaignes Texte vor dem Hintergrund der Denktraditionen des Skeptizismus. Er entwickelt im Dialog mit bedeutenden Montaigne-Interpretationen der vergangenen Jahrzehnte (Peter Burke, Hugo Friedrich, Max Horkheimer, Claude Lévi-Strauss, Jean Starobinski) eine von Montaignes „Essais“-Lektüre angeregte Reflektion des Umgangs mit literarischen Quellen, Zitaten, mit Textverarbeitungsprozessen, fremden und eigenen Gedankengängen, des modernen Entwurfs (samt seiner Infragestellung) von Autorschaft. Die besondere Leistung Montaignes besteht darin, sich in Versuchen aufzulösen, in denen von ihm selbst die Rede ist, in denen die Selbstdarstellung als Vorwand dient, die Nichtigkeit jener Einbildungen hervorzukehren, die die Menschen dazu bringen, sich mit ihren Funktionen (auch der des Autors) zu verwechseln. (Benedikt Ledebur)
Benedikt Ledebur, *1964 in München, lebt in Wien. Studium der Theologie in Fribourg, Informatik und Philosophie in Wien. Literaturkritik, Aufsätze und Gedichte in diversen Zeitschriften. Herausgeber: Der Ficker – neue Folge (2005); Zweite Folge (2006). Publikationen (u.a.): Poetisches Opfer (1998); Nach John Donne (2004); genese – Gedichte (2008).
Helmut Neundlinger, *1973, lebt und arbeitet als freier Autor und Kulturpublizist in Wien (u.a. in Recherche, Datum). Publikationen: von einen sprachen. Poetologische Untersuchungen zum Werk Ernst Jandls (gemeinsam mit Michael Hammerschmid; 2009); Tagebuch des inneren Schreckens. Über Hermes Phettbergs Predigtdienste (2009). | |