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22.4. Donnerstag
19.00
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GERHARD RUISS (Wien) liest zum Abschluss seines Nachdichtungsprojektes der Lieder des OSWALD VON WOLKENSTEIN (Band I: Und wenn ich nun noch länger schwieg’, 2007; Band II: Herz, Dein Verlangen, 2008) aus SO SIE MIR PFIFF ZUM KATZENLOHN. Lieder. Nachdichtungen. Band III (2010) ULRICH MÜLLER (Professor em. an der Universität Salzburg) und MARGARETE SPRINGETH (Mittelhochdeutsche Begriffsdatenbank an der Universität Salzburg) kommentieren das Nachdichtungs-Vorhaben von Gerhard Ruiss; sie bereiten, unter Mitwirkung von Gerhard Ruiss, ein Handbuch zu Oswald von Wolkenstein vor EBERHARD KUMMER (Fachmann für mittelalterliche Musik, Wien) singt Wolkenstein-Lieder • in Zusammenarbeit mit dem folio Verlag Wien-Bozen
Oswald von Wolkenstein, neben Walther von der Vogelweide der bedeutendste deutschsprachige Lyriker des Mittelalters, verblüfft durch äußerste Modernität – konsequent erweitern seine Lieder die höfische Dichtung um das subjektive Erleben. Er besingt die Liebe, das Abenteurertum und nimmt seine Zuhörer mit auf diplomatische Missionen quer durch Europa: Von Südtirol bis nach Portugal, Spanien, Ungarn, England, Frankreich, nach Konstanz und über Venedig ins Gelobte Land. In Spott- und Trinkliedern erfasst er das gesellschaftliche Leben seiner Zeit.
Der Lyriker Gerhard Ruiss überträgt den Witz und die ungebändigte Lebensfreude des weltgewandten Dichters in ein frisches, heutiges Deutsch, dennoch folgt er dabei den unterschiedlichen Tonlagen Oswalds, von lustvoll und frivol bis sinnlich und zart.
In drei Bänden liegen nun erstmals sämtliche bekannte Lieder und Spruchdichtungen von Oswald von Wolkenstein in einer Neufassung vor.

Gerhard Ruiss, *1951, lebt in Wien. Autor, Musiker, Geschäftsführer der IG AutorInnen. Publikationen, u. a.: Sänger im Bad. Gedichte (2001); dichter schreiben keine romane. Gedichte (2004); Kanzlergedichte (2006).

Ulrich Müller, *1940 in Göppingen, lebt in Salzburg. Literatur- und Musikwissenschafter, ab 1976 Ordinarius für Deutsche Literatur des Mittelalters an der Universität Salzburg. Forschungs- und Publikationsschwerpunkte sind die mittelhochdeutsche Literatur, insbesondere Liebeslyrik (Neidhart, Oswald von Wolkenstein) und Politische Lyrik, sowie die Aufführungspraxis mittelalterlicher Musik.


Margarete Springeth, *1957 in Bozen, Lektorin für germanistische Mediävistik am Institut für Germanistik der Universität Salzburg. Mitarbeiterin des Neidhart-Editionsprojektes, Forschungs-Schwerpunkte: mittelhochdeutsche Literatur, Komparatistik, Mittelalter-Rezeption, Gender Studies.

Eberhard Kummer, *1940, Jurist, Opern- und Konzertsänger. Seine Interpretation der mittelalterlichen Musik entwickelte er u.a. in Zusammenarbeit mit Ulrich Müller. Soloauftritte und Mitwirkung bei internationalen Ensembles für Alte Musik (u.a. Clemencic Consort). Videos und CDs, u.a. des Nibelungenlieds, Oswald von Wolkenstein, Alt-Wiener Volkslieder.